Lightyear App Review 2026: Der neue europäische Neobroker im Test
Lightyear ist ein estnischer Neobroker, der seit 2021 schnell wächst. Wir analysieren die App, Gebühren und ob sich der Wechsel von Trade Republic oder Saxo Bank lohnt.
Wer ist Lightyear?
Lightyear wurde 2021 von zwei ehemaligen Wise-Mitarbeitern (Martin Sokk und Mihkel Aamer) in Estland gegründet. Das Unternehmen positioniert sich als globaler Neobroker mit Fokus auf einfache, transparente Anlagelösungen für europäische Privatanleger.
Die wichtigsten Eckdaten:
- Regulierung: Estonian Financial Supervision Authority (Finantsinspektsioon, FSA)
- Einlagensicherung: bis 20.000 EUR (Estland), niedriger als in DE/AT
- Wertschriften: Sondervermögen, gesetzlich geschützt
- Verfügbarkeit: 19 europäische Länder, darunter DE, AT, FR, ES, IT, und Schweiz!
Lightyear in der Schweiz: Verfügbar!
Im Gegensatz zu Trade Republic ist Lightyear in der Schweiz verfügbar. Das macht den Anbieter für Schweizer Anleger besonders interessant, die einen einfachen Neobroker suchen.
Allerdings: Schweizer Kunden müssen auf den deutschen Steuereinfach-Service verzichten, der existiert nur in DE.
Gebührenmodell 2026
Lightyear verfolgt ein einfaches, transparentes Pricing:
Aktien- und ETF-Handel
| Markt | Gebühr |
|---|---|
| US-Aktien | 0,1% des Volumens, max. 1 USD |
| EU-Aktien | 0,1% des Volumens, max. 1 EUR |
| UK-Aktien | 0,1% des Volumens, max. 1 GBP |
| Schweizer Aktien | 0,1%, max. 1 CHF |
Die “max. 1 EUR” Deckelung ist clever: Bei kleinen Orders zahlst du proportional, bei grossen Orders nie mehr als 1 EUR, günstiger als Trade Republic für Grossorders.
ETF-Sparpläne
Komplett kostenfrei. Ähnlich wie bei Trade Republic.
Wechselkursgebühr
0,35% Aufschlag auf den Mid-Spot, etwas teurer als Saxo Bank (0,25%), aber günstiger als Cornèrtrader (0,5%).
Cash-Zinsen
Lightyear zahlt Zinsen auf das Cash-Guthaben in der Konto-Währung:
- EUR: ca. 2,5% (Stand Frühling 2026)
- USD: ca. 4% (USD-Zinsen sind höher)
- GBP: ca. 4%
- CHF: deutlich niedriger (CHF-Zinsumfeld)
Die Zinsen werden täglich berechnet, monatlich gutgeschrieben, ohne Mindesteinlage.
Was bietet Lightyear?
Asset-Auswahl:
- Über 5.500 Aktien (US, EU, UK, einige andere)
- Über 1.000 ETFs (UCITS für EU-Anleger)
- Money Market Funds für Cash-Anlage
- Keine Derivate, keine Krypto-Coins direkt (Stand Anfang 2026)
Plattformen:
- iOS und Android App (Hauptfokus)
- Web-Version: einfach, funktional
- Mobile-Design: hochwertig, einsteigerfreundlich
Features:
- Bruchstücke (Fractional Shares) bei US-Aktien ab 1 USD
- Auto-Invest für Sparpläne
- Lightyear Plus (Premium): 0,1% Cashback auf Trades, Sondertarife (5,99 EUR/Monat)
- Multi-Währungskonten (EUR, USD, GBP, CHF)
Stärken
1. Verfügbar in der Schweiz: Eines der wenigen Neobroker-Angebote für CH-Kunden.
2. Maximal 1 EUR pro Trade: Bei grossen Orders günstiger als Trade Republic.
3. Hohe Cash-Zinsen: Vor allem in USD und GBP attraktiv.
4. Schöne, einsteigerfreundliche App: Sehr ähnlich zu Trade Republic in der UX.
5. Multi-Währungskonten: Pratkisch für Anleger, die in mehreren Währungen handeln.
6. Money Market Funds: Cash kann automatisch in Geldmarkt-Fonds für höhere Renditen umgeschichtet werden.
7. Schnelle Kontoeröffnung: Komplett digital, oft innerhalb eines Tages aktiv.
Schwächen
1. Niedrigere Einlagensicherung: Estland deckt nur 20.000 EUR (vs 100.000 EUR in DE/AT/CH-Banken).
2. Kein steuereinfacher Service in DE/AT: Schweizer Kunden müssen Steuern selbst deklarieren. Deutsche Kunden müssen die Anlage KAP ausfüllen.
3. Begrenztes Sortiment: Keine Derivate, keine Krypto-Coins direkt, weniger Aktien als bei Saxo oder IBKR.
4. Jüngeres Unternehmen: Seit 2021 aktiv, weniger Track Record als etablierte Broker.
5. Estland-Regulierung: Nicht in jedermanns Komfort-Zone. Wer Vertrauen in BaFin oder FINMA hat, könnte hier zögern.
6. Kein Telefon-Support: Wie bei Trade Republic, alles per Chat oder E-Mail.
Lightyear vs Konkurrenz
| Aspekt | Lightyear | Trade Republic | Saxo Bank CH |
|---|---|---|---|
| Verfügbar in CH | ja | nein | ja |
| Order Kosten | max. 1 EUR | 1 EUR Pauschal | CHF 3 min. |
| Wechselkurs | 0,35% | 0,25-1% (variabel) | 0,25% |
| Einlagensicherung | 20.000 EUR | 100.000 EUR | 100.000 CHF |
| Cash-Zinsen | hoch | mittel-hoch | niedrig |
| Steuereinfach DE | nein | ja | nein |
| Steuereinfach AT | nein | ja | nein |
Für wen passt Lightyear?
Geeignet für:
- Schweizer Anleger, die einen App-basierten Neobroker suchen
- Anleger, die in mehreren Währungen halten und handeln wollen
- Trader, die hohe USD- oder GBP-Cashbestände parken wollen
- Buy-and-Hold-Investoren mit einfachen Bedürfnissen
- Wer Money Market Funds als Cash-Ersatz sucht
Weniger geeignet für:
- Aktive Trader mit Derivat- oder Optionsbedarf
- Anleger mit grossen Cash-Beständen, die volle Einlagensicherung wollen
- Deutsche/österreichische Kunden, die Steuereinfachheit suchen (Trade Republic ist hier besser)
- Wer eine sehr breite Aktien-Auswahl will
Steuerliche Aspekte
Schweiz: Lightyear ist nicht-CH-reguliert, also kein automatischer Steuerauszug. Schweizer Anleger müssen:
- Verrechnungssteuer-Daten manuell sammeln
- DA-1 für ausländische Quellensteuer selbst ausfüllen
- Vermögensaufstellung selbst erstellen
Eine Vermögensverwaltungs-Software wie Portfolio Performance oder Sharesight kann helfen.
Deutschland: Lightyear ist NICHT steuereinfach. Anleger müssen die Anlage KAP der Einkommensteuererklärung selbst ausfüllen. Verluste müssen explizit deklariert werden. Sparerpauschbetrag (1.000 EUR / 2.000 EUR) kann erst nachträglich genutzt werden.
Österreich: Auch hier NICHT steuereinfach. KESt 27,5% muss in der Arbeitnehmerveranlagung deklariert werden. Anleger mit ausländischen Brokern haben grösseren administrativen Aufwand.
Beispielrechnung
Annahme: 30.000 EUR Depot, 12 Trades pro Jahr (durchschnittlich 2.500 EUR pro Trade in US-Aktien).
| Position | Kosten p.a. |
|---|---|
| Depotgebühr | 0 EUR |
| 12 Trades × 1 USD (max.) | 12 USD |
| Wechselkurs (12 Trades × 0,35% von 2.500) | 105 EUR |
| Total | ca. 117 EUR |
Die Wechselkurskosten sind hier der grösste Posten, bei aktiver US-Aktien-Tätigkeit summieren sich diese.
Risikofaktoren
1. Junges Unternehmen: Seit 2021 aktiv, schnell gewachsen, aber kürzerer Track Record.
2. Estland-Standort: Während die FSA streng reguliert, bevorzugen manche Anleger weiter etablierte Jurisdiktionen.
3. Niedrige Einlagensicherung: 20.000 EUR ist signifikant niedriger als 100.000 EUR. Bei grösseren Cash-Beständen relevant.
4. Begrenzte Produktbreite: Wer in 5 Jahren Derivate, Anleihen oder Krypto handeln will, muss eventuell wechseln.
Fazit
Lightyear ist 2026 eine interessante Option im Neobroker-Landschaft, vor allem für Schweizer Anleger, denen Trade Republic verschlossen bleibt. Die App ist hochwertig, die Gebühren sehr kompetitiv, und die Cash-Zinsen attraktiv. Wer einfaches Buy-and-Hold-Investing in einer schönen App will und keine speziellen Steuerleistungen für DE/AT braucht, bekommt hier ein gutes Paket. Aber: Die niedrigere Einlagensicherung und der jüngere Track Record sind ernst zu nehmen. Für Schweizer ist Saxo Bank wahrscheinlich die solidere Wahl; für DE/AT bleibt Trade Republic der Industrie-Standard. Lightyear positioniert sich dazwischen, als zusätzliche Option, nicht als klarer Ersatz.