Die Börsenwoche KW31 (28. Juli bis 1. August 2026) drehte das Bild gegenüber der Vorwoche. Statt Ölpreisschock und enttäuschender Quartalszahlen dominierten positive Tech-Earnings und Erleichterung über die Fed-Zinspause das Geschehen. Der Swiss Market Index markierte dabei ein Allzeithoch — und an der Wall Street kletterte Amazon als zweites US-Unternehmen über eine Marktkapitalisierung von 3 Billionen Dollar.

SMI: Neues Allzeithoch bei 14’656 Punkten

Der Swiss Market Index erreichte am 29. Juli 2026 mit 14’656 Punkten ein Allzeithoch. Seit Jahresbeginn hat der Index damit über 21 Prozent zugelegt — eine Rendite, die selbst für einen starken Aktienmarkt aussergewöhnlich ist. Zum Auftakt in den August zeigten sich Schweizer Aktien freundlich: Nachlassende Inflationsdaten stützten die Stimmung.

Die defensiven Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche — die zusammen mehr als die Hälfte des SMI-Gewichts ausmachen — blieben das stabilisierende Fundament. Rekordstände allein sind kein Kauf- oder Verkaufssignal; wer an der Seitenlinie auf eine Korrektur wartet, riskiert, langfristige Renditen zu verpassen. Ein Rebalancing zurück zur Zielgewichtung ist sinnvoller als ein hektischer Ausstieg.

Wall Street: Big-Tech-Earnings überzeugen, Amazon überschreitet 3-Billionen-Marke

Die laufende Berichtssaison lieferte nach den Enttäuschungen von Alphabet und Tesla in KW30 eine klare Gegenbewegung. Microsoft und Amazon demonstrierten, dass hohe KI-Investitionen messbare Ergebnisse liefern. Meta Platforms legte deutlich zu, Alphabet und Nvidia folgten. An der Wall Street schlossen die US-Indizes die Woche KW31 im Plus.

Zu Beginn von KW32, am Montag, 3. August, setzte sich die Bewegung fort: Der S&P 500 schloss bei 7’489 Punkten, der Nasdaq Composite notierte bei rund 25’374. Amazon überschritt dabei erstmals in seiner Geschichte die Marktkapitalisierungsmarke von 3 Billionen Dollar — getragen von starken Quartalszahlen und Wachstum im Cloud- und KI-Geschäft.

Die Konzentration der US-Börsenperformance auf wenige Mega-Caps bleibt ein Strukturmerkmal, das Anleger kennen sollten. Wer breit streut, profitiert weniger direkt von solchen Einzelereignissen — schützt sich aber auch vor dem umgekehrten Fall.

Fed: Zinspause, aber drei abweichende Stimmen

Die US-Notenbank liess den Leitzins an ihrer Sitzung vom 29. Juli erwartungsgemäss unverändert bei 3,50 bis 3,75 Prozent. Bemerkenswert war jedoch: Drei Mitglieder des Offenmarktausschusses stimmten gegen den Entscheid — eine ungewöhnlich hohe Zahl abweichender Stimmen. Die langfristigen Renditen am US-Anleihemarkt stiegen in der Folge leicht an, was auf wachsende Unsicherheit über den weiteren Zinspfad hindeutet.

Die September-Sitzung rückt damit ins Zentrum. Entscheidend werden die Inflations- und Jobdaten der kommenden Wochen sein. Höhere Volatilität rund um diese Daten wäre keine Überraschung.

SNB, Währungen und Gold

Die Schweizerische Nationalbank beliess den Leitzins zum vierten Mal in Folge bei 0 Prozent. Die Inflation liegt innerhalb des Zielbands von 0 bis 2 Prozent — Anpassungsdruck besteht derzeit nicht. Die SNB-Kommunikation bleibt abwartend; eine Zinsänderung gilt im laufenden Quartal als unwahrscheinlich.

Der Schweizer Franken verlor gegenüber Euro und Dollar leicht: EUR/CHF notierte zu Wochenbeginn bei 0.9327, USD/CHF bei 0.8090. Der Franken bleibt stark, gibt aber in einem Risk-on-Umfeld etwas nach — ein typisches Muster.

Gold handelte nahe der Marke von 4’000 bis 4’100 Dollar pro Unze. Das Edelmetall verteidigte die 4’000-Dollar-Marke trotz steigender Risikobereitschaft an den Aktienmärkten. Als Portfoliobeimischung hat sich seine Rolle in diesem Börsenjahr bewährt.

Bitcoin: Rund 63’000 Dollar, historisch schwacher Monat

Bitcoin notierte zu Beginn der Woche bei rund 62’700 Dollar — deutlich unter dem Jahreshoch von rund 126’000 Dollar. Der August gilt historisch als schwacher Monat für Kryptowährungen, was die vorsichtige Stimmung bei Bitcoin-ETF-Investoren verstärkt. Wer auf Kryptos setzt, sollte die erhöhte saisonale Volatilität einkalkulieren.

Ausblick KW32: Alles dreht sich um den US-Arbeitsmarktbericht

Das wichtigste Ereignis der laufenden Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag, 7. August 2026. Die Zahl der neu geschaffenen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft (Non-Farm Payrolls), die Arbeitslosenquote und die Lohnentwicklung werden zeigen, ob die US-Wirtschaft trotz der Zinspause Fahrt hält — oder ob die Bremswirkung der hohen Zinsen spürbar wird.

Schwache Jobdaten würden den Druck auf die Fed erhöhen, im September eine Zinssenkung zu signalisieren. Starke Zahlen würden das aktuelle Wartespiel verlängern — und möglicherweise die Renditen erneut antreiben. In beiden Fällen dürfte die Reaktion an Aktien- und Devisenmärkten spürbar ausfallen.

Für langfristig orientierte Anleger gilt: Wer per Sparplan investiert, muss weder den Freitag noch den September-Termin der Fed timen. Die Wochendaten sind Input für die Einordnung — nicht für übereilte Portfolioentscheidungen.

Quellen: SWI swissinfo.ch – SMI-Allzeithoch, Yahoo Finance – US-Marktbericht 3. August, CNBC – Märkte 3. August, Boersennews – Wochenrückblick KW31, CNBC – Fed-Sitzung Juli 2026


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