KW39: SNB hält Leitzins bei null — US-Börsen trotz hoher Renditen im Plus
Die SNB beliess den Leitzins am 24. September bei null Prozent. Nasdaq und S&P 500 verzeichneten trotz steigender Treasury-Renditen eine positive Wochenbilanz. Galderma und Sandoz neu im SMI.
Die Woche vom 22. bis 27. September 2026 stand für Schweizer Anleger im Zeichen der SNB-Lagebeurteilung. Die Schweizerische Nationalbank bestätigte am Donnerstag, was der Markt erwartet hatte — und beliess trotz des veränderten globalen Zinsumfelds ihren Leitzins unverändert.
SNB hält Leitzins bei null Prozent
Am 24. September gab die Schweizerische Nationalbank ihre vierteljährliche geldpolitische Lagebeurteilung bekannt: Der Leitzins bleibt bei null Prozent. Damit setzt die SNB ihren Kurs fort, obwohl die US-Notenbank Fed in der Vorwoche erstmals seit mehr als drei Jahren einen Zinsschritt nach oben vollzogen hatte.
Der Hintergrund ist die strukturelle Ausgangslage der Schweizer Wirtschaft: Die Inflation liegt nahe null Prozent — weitaus tiefer als in den USA oder der Eurozone. Ein Anheben des Leitzinses wäre angesichts dieser Datenlage schwer zu begründen. Marktbeobachter rechnen mit einer ersten möglichen Erhöhung frühestens im Jahr 2027. Aufmerksam beobachtet wird zudem die SNB-Haltung zum Devisenmarkt: Der Franken notierte nach der Bekanntgabe bei rund 0.828 CHF pro US-Dollar und rund 0.945 CHF pro Euro — Niveaus, die für die Exportwirtschaft moderat günstig sind.
US-Märkte: Konstruktive Wochenbilanz trotz hoher Renditen
An den US-Börsen setzte sich in KW39 eine positive Stimmung durch. Die Leitindizes verbuchten trotz anhaltend hoher Treasury-Renditen Wochengewinne. Der Nasdaq Composite führte das Feld an; der S&P 500 legte ebenfalls zu; der Dow Jones Industrial schnitt etwas verhaltener ab. Als Haupttreiber galten erneut Technologiewerte mit KI-Bezug.
Bemerkenswert ist dabei der Kontext: Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen verharrte auf erhöhtem Niveau und stellt für dividendenstarke oder hoch bewertete Aktien einen strukturellen Gegenwind dar. Dass Wachstumswerte dennoch zulegen konnten, zeigt die Spaltung innerhalb der US-Märkte: KI-nahe Technologie auf der einen, zinssensitive Sektoren auf der anderen Seite. Wer das eigene Portfolio auf solche Schwankungsphasen vorbereiten möchte, findet im Artikel zu Volatilität eine strukturierte Einordnung.
SMI: Neue Mitglieder — Galderma und Sandoz ersetzen Swisscom und Kühne+Nagel
Eine strukturelle Änderung betraf den Swiss Market Index selbst: Per jährlicher Indexüberprüfung wurden Galderma (Dermatologiespezialist) und Sandoz (Generika-Pharmahersteller) neu aufgenommen. Swisscom und Kühne+Nagel schieden nach langen Mitgliedschaften aus dem Index aus. Swisscom war seit dem Börsengang 1998 im SMI vertreten.
Für passiv investierende Anleger, die SMI-ETFs halten, vollzieht sich diese Rotation automatisch — die Fondsverwaltung passt die Bestände im Hintergrund an, ohne dass Handlungsbedarf besteht. Die Aufnahme von Galderma und Sandoz erhöht das Gewicht der Pharmaindustrie im Index und stärkt damit das ohnehin bereits defensive Profil des SMI. Das klassische Trio Nestlé, Novartis und Roche, das zusammen rund die Hälfte des Index ausmacht, bleibt das Rückgrat des Schweizer Leitindex.
Gold gibt nach, Bitcoin konsolidiert
Am Edelmetall- und Kryptomarkt verlief die Woche ruhiger. Gold notierte bei rund 4’308 US-Dollar je Unze — etwas tiefer als in der Vorwoche — und liegt damit rund 7 Prozent unter dem Jahreshoch. Der Preis befindet sich in einem klassischen Spannungsfeld: Geopolitische Unsicherheiten stützen, während höhere US-Zinsen den zinslosen Vermögenswert belasten.
Bitcoin konsolidierte um die Marke von rund 80’000 US-Dollar. Auffällig ist die aktuell hohe Korrelation zwischen Gold und Bitcoin: Die 90-Tage-Korrelation der beiden Anlageklassen erreichte im September den höchsten Stand seit 2020. Ob dies ein zufälliges Zusammentreffen oder ein Zeichen gestiegener Beliebtheit von Bitcoin als inflationsresistente Alternative ist, bleibt eine offene Frage. Schweizer Anleger, die Kryptowährungen im Portfolio halten, sollten dabei die steuerliche Behandlung im Blick behalten — der Artikel zu Krypto und Steuern in der Schweiz gibt einen Überblick.
Ausblick KW40: US-Arbeitsmarkt und Roche-Pharmakongress
Die Woche ab dem 28. September bringt zwei wichtige Beobachtungspunkte. Im Inland findet am Montag der Roche Pharma Day statt — ein Termin für Anleger, die in Schweizer Pharmawerte investiert sind. International richten sich die Blicke auf US-Arbeitsmarktdaten und Industrieindizes, die das Bild für die nächste Fed-Sitzung im November schärfen werden.
Das übergeordnete Thema bleibt das Zinsumfeld: Mit einem Fed-Leitzins von 3,75 bis 4,00 Prozent und dem Signal weiterer möglicher Schritte ist die globale Zinssituation eine andere Ausgangslage als noch vor zwei Jahren. Wer langfristig investiert und das eigene Risikomanagement überdenken möchte, findet in solchen Phasen der Ungewissheit praxisnahe Werkzeuge. Wer mit einem Sparplan investiert, braucht den Zinskalender ohnehin nicht zu timen — genau dafür ist die Strategie gemacht.
Quellen: 20 Minuten – SNB-Zinsentscheid, CNBC – Märkte KW39, FX Street – CHF vor SNB, KuCoin – Bitcoin-Gold-Korrelation, Rahn+Bodmer – SMI im Wandel
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.