KW40: Schwacher US-Jobsbericht sorgt für Zinspause-Hoffnung — SMI verliert
29'000 neue Stellen statt 84'000: Schwacher Arbeitsmarkt senkt Fed-Zinserhöhungswetten. SMI verliert auf Wochensicht rund 2 Prozent.
Die Woche vom 28. September bis 4. Oktober 2026 endete mit einem klaren Signal vom US-Arbeitsmarkt: Die Wirtschaft der Vereinigten Staaten schuf im September lediglich 29’000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft — weniger als ein Drittel der erwarteten 84’000. Das Ergebnis lag unter jeder einzelnen Schätzung in der Bloomberg-Umfrage und schürte neue Hoffnungen auf eine Pause bei der nächsten Fed-Sitzung Ende Oktober.
Schwacher Jobsbericht — Zinspause wahrscheinlicher
Der September-Bericht war in mehrfacher Hinsicht enttäuschend. Neben den schwachen 29’000 neuen Stellen stieg die Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent — höher als die erwarteten 4,1 Prozent. Hinzu kamen deutliche Abwärtskorrekturen der Vormonatszahlen: Für Juli und August zusammen wurden 60’000 Stellen weniger gemeldet als bisher ausgewiesen. Lohnwachstum lag im Jahresvergleich bei 3,0 Prozent.
Die Reaktion der Märkte war prompt: Aktien legten am Freitag zu, während die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen nachgaben. Die Fed hatte ihren Leitzins am 16. September auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben — die erste Erhöhung seit mehr als drei Jahren. Für die nächste Sitzung am 27. und 28. Oktober gilt die Lage nun als schwer einzuschätzen: Eine Pause ist gegenüber der Vorwoche wahrscheinlicher geworden. Anleger, die verstehen möchten, wie solche Datenpunkte kurzfristig die Volatilität an den Märkten beeinflussen, finden dazu eine strukturierte Einordnung.
US-Börsen: Nasdaq führt, Dow Jones schwächelt
Die Wochenbilanz an den US-Aktienmärkten war gespalten. Der Nasdaq Composite legte rund 0,6 Prozent zu und outperformte die anderen grossen US-Indizes — bereits die sechste Woche in Folge. Nvidia erreichte ein neues Intraday-Rekordhoch, angetrieben von starken Zahlen bei Micron Technology. Das Halbleitersegment bestätigte einmal mehr seine Schlüsselrolle in der KI-Infrastruktur.
Der S&P 500 verzeichnete auf Wochensicht ein leichtes Minus von rund 0,3 Prozent, der Dow Jones verlor 1,3 Prozent. Dividendenwerte und zinssensitive Sektoren stehen weiter unter Druck.
In der Schweiz präsentierte sich das Bild deutlich schwächer: Der SMI büsste auf Wochensicht rund 2 Prozent ein und schloss am Freitag bei rund 13’660 Punkten, nach einem Wochenhoch von über 14’083 Punkten. Angesichts des starken Frankens und der Exportabhängigkeit der grössten Schwergewichte bleibt das Umfeld anspruchsvoll.
SNB abwartend — Franken stabil
Die Schweizerische Nationalbank steht nicht unter unmittelbarem Handlungsdruck. Der SNB-Leitzins verharrt bei null Prozent, die Schweizer Inflation liegt nahe null. Der nächste reguläre geldpolitische Entscheid der SNB ist für Dezember geplant; am 22. Oktober wird die SNB eine Zusammenfassung der geldpolitischen Diskussion veröffentlichen — ein Termin, den Währungsbeobachter verfolgen werden.
Der Franken präsentierte sich in KW40 stabil: 1 Euro kostete zum Wochenschluss rund 0,93 Franken, 1 Dollar knapp unter 0,83 Franken. Diese Niveaus sind für die exportorientierte Schweizer Wirtschaft bereits anspruchsvoll. Wer wissen möchte, wie sich Wechselkursrisiken im Portfolio handhaben lassen, findet im Artikel zu Risikomanagement praxisnahe Werkzeuge.
Gold konsolidiert, Bitcoin sucht Richtung
Am Rohstoff- und Kryptomarkt verlief die Woche uneinheitlich. Gold notierte um den 2. Oktober bei rund 4’200 US-Dollar pro Unze — ein Rückgang gegenüber den rund 4’308 Dollar der Vorwoche. Der Edelmetallpreis konsolidiert: Geopolitische Unsicherheiten stützen, während höhere US-Zinsen den zinslosen Vermögenswert strukturell belasten.
Bitcoin bewegte sich im Bereich von rund 83’000 bis 87’000 US-Dollar. Bemerkenswert ist das Auseinanderklaffen von Kapitalflüssen und Kursentwicklung: Krypto-Spot-ETFs verzeichneten in der Vorwoche Zuflüsse von rund 2,4 Milliarden US-Dollar — und dennoch fiel der Bitcoin-Kurs zwischenzeitlich unter 84’000 Dollar. Kryptoanalysten verweisen auf den saisonalen «Uptober»-Effekt, der im Oktober historisch für überdurchschnittliche Bitcoin-Renditen steht. Schweizer Anleger, die Kryptowährungen im Portfolio halten, sollten die steuerliche Behandlung nicht ausser Acht lassen — der Artikel zu Krypto und Steuern in der Schweiz gibt eine Übersicht.
Ausblick KW41: US-Inflation im Fokus
Die kommende Woche rückt die Markterwartungen rund um die Fed weiter in den Vordergrund. US-Inflationsdaten (CPI) für September werden direkte Relevanz für die Sitzung am 28. Oktober haben: Fällt die Teuerung erneut moderat aus, steigt die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Pause.
Für Schweizer Anleger gilt das übergeordnete Thema: Das globale Zinsumfeld ist heute ein anderes als noch vor zwei Jahren. Wer das Portfolio in dieser Phase regelmässig überprüft und einen langfristigen Investitionsplan verfolgt, ist besser aufgestellt als mit kurzfristigen Reaktionen auf einzelne Datenpunkte. Ein ETF-Sparplan gehört für viele zu den einfachsten Mitteln, um unabhängig vom Marktmoment investiert zu bleiben.
Quellen: Advisory Perspectives – S&P 500 Snapshot, Yahoo Finance – US Jobs Report, USA Gold – Gold Market Report, finanznachrichten.de – Bitcoin Oktober, fedratecalc.com – Fed-Termin, countryeconomy.com – SMI
Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.