Stablecoins erklärt: USDC, USDT und wie sie funktionieren
Was Stablecoins sind, wie sie ihren Wert halten, welche Typen es gibt und welche Risiken Anleger kennen sollten. Eine sachliche Einordnung für Einsteiger.
Während Bitcoin und Ethereum für ihre Kursschwankungen bekannt sind, gibt es eine Kategorie von Kryptowährungen, die genau das Gegenteil verspricht: einen stabilen Wert. Stablecoins sind aus dem Krypto-Ökosystem nicht mehr wegzudenken, doch ihr Name verspricht eine Sicherheit, die nicht immer gegeben ist.
Was ist ein Stablecoin?
Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Wert an einen stabilen Vermögenswert gekoppelt ist, meist an eine Währung wie den US-Dollar. Ein USDC oder USDT soll also immer ungefähr einen US-Dollar wert sein.
Der Zweck: die Vorteile von Krypto (schnelle, grenzüberschreitende Transaktionen) mit der Wertstabilität einer klassischen Währung zu verbinden. Trader nutzen Stablecoins, um zwischen Trades “geparkt” zu sein, ohne in Fiat-Währung zurückwechseln zu müssen.
Die wichtigsten Typen
Nicht jeder Stablecoin funktioniert gleich. Es gibt drei grundlegende Konstruktionen, die sich im Risiko deutlich unterscheiden.
| Typ | Wie der Wert gehalten wird | Beispiele |
|---|---|---|
| Fiat-besichert | Echte Dollar-Reserven bei einer Bank | USDC, USDT |
| Krypto-besichert | Überbesicherung mit anderen Coins | DAI |
| Algorithmisch | Angebot/Nachfrage per Algorithmus | (grösstenteils gescheitert) |
Fiat-besicherte Stablecoins sind am verbreitetsten. Für jeden ausgegebenen Coin soll ein echter Dollar (oder ein gleichwertiger Vermögenswert) als Reserve hinterlegt sein.
Krypto-besicherte Stablecoins wie DAI hinterlegen andere Kryptowährungen als Sicherheit, und zwar überbesichert: Für 100 Dollar DAI liegen zum Beispiel 150 Dollar in Ethereum als Sicherheit.
Algorithmische Stablecoins versuchten, die Stabilität rein über Algorithmen ohne echte Reserven zu erreichen. Diese Modelle sind in der Vergangenheit teils spektakulär gescheitert.
Die zwei Grossen: USDT und USDC
USDT (Tether) ist der grösste und älteste Stablecoin. Er ist extrem liquide und überall handelbar. Kritiker bemängeln seit Jahren die Transparenz der Reserven, auch wenn Tether regelmässig Berichte veröffentlicht.
USDC (Circle) gilt als der transparentere Konkurrent. Das Unternehmen veröffentlicht detaillierte Reserveberichte und ist stärker reguliert. Viele institutionelle Anleger bevorzugen USDC aus diesem Grund.
Die Risiken, die der Name verschweigt
“Stable” bedeutet nicht “risikofrei”. Anleger sollten drei Risiken kennen:
De-Pegging-Risiko: In Stresssituationen kann ein Stablecoin von seinem Zielwert abweichen. Das ist in der Vergangenheit auch bei grossen, besicherten Stablecoins kurzzeitig vorgekommen.
Gegenpartei-Risiko: Bei fiat-besicherten Coins vertrauen Sie darauf, dass die Reserven wirklich existieren und zugänglich sind. Fällt die Emittentin aus, ist die Deckung fraglich.
Regulatorisches Risiko: Stablecoins stehen weltweit zunehmend im Fokus der Regulierung. Neue Vorschriften können die Verfügbarkeit oder Funktionsweise verändern.
Steuerliche Behandlung in der Schweiz
Für Schweizer Anleger gilt: Stablecoins sind Vermögen und werden zum Stichtag 31. Dezember in der Vermögenssteuer erfasst, in der Regel zum Nennwert. Der Tausch von einem Coin in einen Stablecoin gilt steuerlich als Verkauf des ersten Coins, bei privaten Anlegern bleiben Kursgewinne aber steuerfrei.
Fazit
Stablecoins sind ein nützliches Werkzeug im Krypto-Ökosystem, vor allem als stabiler Zwischenhafen zwischen Trades. Wer sie nutzt, sollte aber drei Dinge im Kopf behalten:
- Nicht alle Stablecoins sind gleich sicher, fiat-besichert und transparent ist solider als algorithmisch
- “Stable” ist ein Versprechen, keine Garantie, De-Pegging kommt vor
- Es bleibt ein Gegenpartei-Risiko, Sie vertrauen der Emittentin
Als kurzfristiger Parkplatz für Kapital sind sie praktisch. Als langfristige “sichere” Geldanlage taugen sie nur bedingt, denn Zinsen gibt es darauf in der Regel nicht, und die Risiken bleiben.
Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlageberatung dar.