Die letzte Handelswoche vor dem grossen Fed-Termin endete mit einem Paukenschlag: Der US-Arbeitsmarktbericht für August fiel massiv stärker aus als erwartet und hat die Debatte über eine Zinserhöhung der Federal Reserve neu entfacht. Die US-Börsen beendeten die Woche nahezu unverändert, Gold glänzte mit der stärksten Woche seit Jahresbeginn — und der Schweizer Franken behauptete sich auf hohem Niveau.

Jobsbericht sorgt für Aufsehen

Die wichtigste Nachricht der Woche kam am Freitag: Die US-Wirtschaft schuf im August netto 162’000 neue Stellen ausserhalb der Landwirtschaft — bei einer Konsenserwartung von lediglich 53’000. Gleichzeitig wurden die revidierten Zahlen für Juni und Juli um insgesamt 55’000 Stellen nach oben korrigiert. Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent.

Das Ergebnis ist auf den ersten Blick eine gute Nachricht für die US-Konjunktur. Für die Märkte ist die Sachlage aber komplizierter: Ein starker Arbeitsmarkt bedeutet anhaltenden Lohndruck und damit Aufwärtsrisiken für die Inflation. Anleiherenditen stiegen, Aktien gaben am Freitag nach. S&P 500 und Nasdaq schlossen die Woche mit minimalen Veränderungen — ein Plus von 0,1 bzw. 0,4 Prozent wochenweit.

Fed: Zinserhöhung rückt näher

Die Fed hält den Leitzins derzeit bei 3,50 bis 3,75 Prozent — unverändert seit dem Juli-Entscheid, bei dem drei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder bereits für eine Erhöhung votierten. Der unerwartet starke Jobsbericht hat die Markterwartungen nun deutlich verschoben: JPMorgan erwartet eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte an der Sitzung vom 15. und 16. September 2026.

Das macht die US-Inflationsdaten der kommenden Woche zum entscheidenden Datenpunkt: Am Donnerstag werden die Produzentenpreise (PPI) veröffentlicht, am Freitag folgt der Konsumentenpreisindex (CPI). Beide Berichte dürften die Richtung der Zinsdebatte massgeblich beeinflussen. Höhere Volatilität rund um diese Publikationen ist gut möglich.

SMI: Woche weitgehend seitwärts

Der Swiss Market Index schloss die Handelswoche nahezu unverändert. Der SMI hatte Ende Juli die Marke von 14’346 Punkten markiert und befindet sich damit weiterhin deutlich über den Niveaus zu Jahresbeginn — seit dem Rekordeintritt im Februar 2026 ist der Index gut gelaufen. Kurzfristig fehlen klare Impulse: Die Berichtssaison ist weitgehend abgeschlossen, und der Blick der Anleger richtet sich auf den Fed-Entscheid.

Die SNB hält ihren Leitzins unverändert bei 0 Prozent. Die nächste vierteljährliche Lagebeurteilung findet am 24. September 2026 statt — eine Woche nach dem Fed-Entscheid. Sofern sich die Inflation in der Schweiz bei rund 0,3 Prozent hält, rechnet der Markt mit keiner Änderung.

Gold springt — Bitcoin folgt

Gold verzeichnete seine stärkste Handelswoche seit Januar und legte über 7 Prozent zu. Treiber ist der sogenannte Debasement-Trade: Angesichts des anhaltenden Iran-Konflikts, der Energiepreise und der Unsicherheit über den Fed-Kurs flüchten Anleger in Sachwerte. Der Goldpreis bewegt sich inzwischen über 4’400 Dollar pro Unze.

Bemerkenswert: Bitcoin hat sich in diesem Umfeld zunehmend ähnlich wie Gold verhalten. Der 90-Tage-Korrelationskoeffizient zwischen beiden Anlagen erreichte in der ersten Septemberwoche laut CoinShares mit 0,86 den höchsten Stand seit 2020. BTC notierte zur Wochenmitte um 78’000 Dollar. Wer die steuerlichen Implikationen von Krypto-Engagements verstehen will, findet in unserem Leitfaden zu Kryptosteuern in der Schweiz eine Grundlage.

Währungen: Franken bleibt stark

EUR/CHF pendelte in der Berichtswoche zwischen 0.9372 und 0.9418. Der Franken bleibt damit — wie so oft in unsicheren Phasen — gefragt. USD/CHF lag Mitte der Woche bei rund 0.8076. Für Schweizer Anleger, die in USD-denominierten Anlagen investiert sind, bedeutet ein starker Franken einen Gegenwind bei der Umrechnung in CHF.

Ausblick KW37: Inflation und Fed im Fokus

Die kommende Woche steht ganz im Zeichen der Inflationsdaten:

  • Donnerstag, 10. September: US-Produzentenpreise (PPI) für August
  • Freitag, 11. September: US-Konsumentenpreise (CPI) für August
  • Dienstag, 16. September / Mittwoch, 16. September: FOMC-Zinsentscheid der Fed, 20:00 Uhr MEZ, mit anschliessender Pressekonferenz
  • Mittwoch, 24. September: SNB-Lagebeurteilung

Liegt der CPI über den Erwartungen, dürfte die Zinserhöhungs-Wette der Märkte weiter Fahrt aufnehmen. Wer sein Portfolio auf solche Zins- und Inflationsüberraschungen prüfen möchte, dem bietet unser Artikel zu Korrelationen im Portfolio eine nützliche Einordnung. Langfristig orientierte Anleger mit einem ETF-Sparplan müssen die kurzfristigen Ausschläge dagegen nicht überbewerten — die Strategie ist für genau solche Phasen ausgelegt.


Quellen: BLS Employment Situation August 2026, CNBC Markets, CoinShares Market Update, Chase/JPMorgan, FUW


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