Die Börsenwoche KW33 (11. bis 15. August 2026) brachte zwei gegensätzliche Datenpunkte aus den USA: Der Inflationsbericht fiel leicht besser als erwartet aus — die Retailumsätze enttäuschten hingegen deutlich. Das Ergebnis: Ein S&P 500, der auf Rekordhöhe notiert, und ein SMI, der eine Verschnaufpause einlegte.

SMI: Konsolidierung nach dem Allzeithoch

Der Swiss Market Index verlor in der abgelaufenen Woche rund 1 Prozent und schloss bei 14’391 Punkten. Nach dem Allzeithoch der Vorwochen ist das eine technische Konsolidierung, keine Trendwende. Pharma- und Gesundheitswerte, die den SMI zuletzt gestützt hatten, gaben einen Teil ihrer Gewinne ab.

Der Franken blieb stabil: EUR/CHF notierte weiterhin um 0.9300, USD/CHF bei rund 0.809. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält den Leitzins bei null Prozent — die Juli-Inflation von 0,4 Prozent gibt ihr dazu vollen Spielraum. Besonders erfreulich: Das Schweizer BIP wuchs im zweiten Quartal 2026 um 1,5 Prozent gegenüber dem Vorquartal — Ökonomen hatten nur 0,4 Prozent erwartet. Getragen wurde das Wachstum laut dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) vor allem von der Chemie- und Pharmaindustrie.

Wall Street: Dritte Gewinnwoche in Folge — trotz Freitagsschwäche

Der S&P 500 verbuchte seine dritte Woche in Folge mit einem Nettogewinn. Am Donnerstag berührte der Index intraday erstmals die Marke von 7’800 Punkten und markierte mit einem Schlusskurs von 7’798,99 Punkten ein neues Allzeithoch. Der Freitag verlief schwächer: Enttäuschende Retaildaten liessen den Index leicht nachgeben, ohne den Wochengewinn auszulöschen. Der Nasdaq folgte demselben Muster.

Der Auslöser für die Freitagsschwäche war der US-Detailhandelsabsatz: Die Retailumsätze für Juli fielen um 0,6 Prozent — Ökonomen hatten ein Plus von 0,1 Prozent erwartet. Dazu beigetragen hat unter anderem der Amazon Prime Day, der heuer von Juli auf Juni vorgezogen wurde und die Juni-Zahlen aufgebläht hatte. Trotzdem ist ein Rückgang dieser Grössenordnung ein Signal, dass der US-Konsum an Schwung verliert.

US-Inflation: 3,4 Prozent auf Jahresbasis — besser als befürchtet

Positiver überraschte der US-Verbraucherpreisindex für Juli: Die Teuerung stieg monatlich um 0,1 Prozent, auf Jahresbasis betrug sie 3,4 Prozent — leicht unter dem Vormonat. Die Kerninflation (ohne Energie und Nahrungsmittel) sank auf 2,5 Prozent im Jahresvergleich. Haupttreiber des Rückgangs war der starke Einbruch der Energiekosten um 5,7 Prozent, mit Benzin minus 9,7 Prozent.

Die Marktreaktion am Mittwoch war klassisch: Gold stieg kurzzeitig auf rund 4’400 Dollar pro Unze, Anleihen legten zu, und Zinssenkungserwartungen für September stiegen weiter an. In Kombination mit dem schwachen Jobsbericht der Vorwoche verdichtet sich das Bild einer US-Wirtschaft, die der Fed Raum für eine Senkung gibt — sofern keine neuen Inflationsschocks auftreten.

Gold und Bitcoin: Zwei verschiedene Geschichten

Gold schloss die Woche bei rund 4’375 Dollar pro Unze. Das Edelmetall profitiert in diesem Umfeld von zwei Seiten: sinkenden Opportunitätskosten durch tiefere Zinserwartungen und anhaltender geopolitischer Unsicherheit. Als Portfolioergänzung hat Gold 2026 bisher eine stabilisierende Rolle übernommen.

Bitcoin hingegen kämpft mit Gegenwind. Der Kurs fiel unter 63’000 Dollar — auf rund 62’800 Dollar per Wochenschluss — und bewegt sich weit unterhalb des Allzeithochs von über 126’000 Dollar aus Oktober 2025. Der August gilt historisch als schwacher Monat für Kryptowährungen, der Fear-and-Greed-Index fiel in den Bereich «Angst». Kontinuierliche Abflüsse aus US-Spot-ETFs der vergangenen Handelstage verstärkten den Druck.

Ausblick KW34: Alle Augen auf Jackson Hole

Die wichtigste Veranstaltung für die kommenden Wochen ist das Jackson-Hole-Symposium vom 27. bis 29. August 2026. Der neue Fed-Chef Kevin Warsh hält dort am Freitag, 28. August, seine erste Grundsatzrede. Das Thema des Symposiums lautet «Financial Innovation: Implications for Payments and Policy». Märkte werden Warschs Aussagen auf Hinweise zur Zinspolitik für September und darüber hinaus hin analysieren. Erhöhte Volatilität rund um diesen Termin ist gut möglich.

In der laufenden Woche stehen keine marktbewegenden Datenpunkte in erster Reihe an. Wer per Sparplan investiert, muss die Notenbankkalender nicht aktiv timen — die Strategie ist genau für solche Phasen der Unsicherheit gemacht. Für alle anderen gilt: Jackson Hole Ende August dürfte der nächste echte Stresstest für die aktuelle Rallybewertung sein.

Quellen: CNBC – S&P 500 third weekly gain, CNBC – CPI July 2026, TD Economics – US Retail Sales July, Intellectia – Gold Rally August, WallstreetOnline – Bitcoin August 2026, Cash.ch – Wochenvorschau, Jackson Hole 2026


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